«Dort oben sitzt die Vierte Gewalt, und sie ist wichtiger als alle anderen zusammen.»
— Edmund Burke, britisches Unterhaus, 17871
Am frühen Morgen des 5. November 1991 fand eine spanische Fischereipatrouille vor den Kanarischen Inseln die Leiche eines schweren Mannes im Atlantischen Ozean. Er hatte keine Schwimmweste. Niemand hatte seinen Fall gehört. Die Yacht, von der er gefallen war, hiess Lady Ghislaine.
Benannt nach seiner Tochter.
Robert Maxwell, geboren als Ján Ludvík Hyman Binyamin Hoch in einem Dorf in der heutigen Ukraine, Verleger des Daily Mirror, Besitzer von Pergamon Press, ehemaliger Labour-Abgeordneter im britischen Unterhaus, war tot.2 Drei Tage später wurde er auf dem Ölberg in Jerusalem beigesetzt. Der israelische Premierminister Yitzhak Shamir hielt die Grabrede. Er sagte, Maxwell habe «mehr für Israel getan, als heute gesagt werden kann».3
Was er damit meinte, erklärte er nicht.
Fünf Jahre nach Maxwells Tod erschien ein Roman.
Der Autor, der wusste
Jeffrey Archer, 1940 in London geboren, war selbst konservativer Parlamentsabgeordneter, dann Peer im House of Lords. Er kannte Robert Maxwell. Er kannte Rupert Murdoch. Er kannte die Welt, die er beschrieb, von innen.
Er beschrieb sie in «Imperium», erschienen 1996, auf über 700 Seiten, mit einem Ausdruck von Edmund Burke als englischer Originaltitel: «The Fourth Estate».4
Burke, irischer Staatsphilosoph, hatte 1787 auf die Pressetribüne im Parlament geblickt und die Presse als vierte Gewalt neben Adel, Klerus und Bürgertum gestellt. Als demokratischer Wächter. Als Korrektiv der Macht.
Archer nimmt dieses Programm und dreht es um.
Zwei Kinder, ein Ziel
Der Roman erzählt zwei Leben parallel, von der Kindheit bis zum Tod. Gegliedert in fünf «Editionen»: Früh-, Morgen-, Mittags-, Abend- und Spätausgabe.
Richard Armstrong beginnt als Lubji Hoch, Sohn einer jüdischen Familie in einem Dorf in der Tschechoslowakei. Die ersten Seiten sind so präzise geschrieben, dass man vergisst, Fiktion zu lesen. Der kleine Lubji beobachtet seinen Vater beim Tauschhandel auf dem Markt. Lernt schneller als jeder andere die Regeln des Handels. Stiehlt die Brosche seiner Mutter. Tauscht sie gegen Kartoffeln. Verkauft die Kartoffeln für Münzen. Tauscht die Münzen gegen Waren. Er ist neun Jahre alt und hat bereits verstanden, was die meisten Menschen nie lernen: Ein Tausch findet nie zwischen Gleichgestellten statt.
Keith Townsend beginnt in Australien, als Sohn eines kleinen Zeitungsverlegers. Anderer Kontinent, anderes Milieu, dieselbe Besessenheit. Wo Armstrong Informationen als Handelsware entdeckt, entdeckt Townsend sie als Machtmittel.
Archer verfolgt diese zwei Leben über Jahrzehnte, durch Kriegsjahre, erste Erwerbungen, Täuschungen, Brüche, Verrat. Jede «Edition» bringt die beiden näher zusammen, bis sie um dieselbe Zeitung kämpfen, den «Globe». Der Leser weiss von Anfang an, dass einer der beiden mit dem Gesicht im Atlantik enden wird.
Was Archer interessiert, ist nicht das Ergebnis. Es ist das System.
Was Archer zeigt
Armstrong und Townsend berichten nicht über Politik. Sie machen Politik. Sie entscheiden, welche Partei gewählt wird, indem sie entscheiden, welche Nachricht auf der Titelseite steht. Sie verhandeln mit Premierministern unter vier Augen. Sie halten Informationen zurück, bis sie nützlich sind. Sie benutzen Enthüllungen nicht, um aufzuklären, sondern als Druckmittel.
Archer zeigt das ohne Empörung. Fast beiläufig. Es ist kein Skandal in seinem Roman. Es ist der Normalzustand.
Townsend, dem Murdoch-Modell nachempfunden, sagt einmal: «Der morgige Leitartikel gehört ganz und gar unserem Industrieminister. Wir werden unseren Lesern zeigen, wie er verhindern wollte, dass die Geschichte über seine Liebschaft mit einer Mohammedanerin und über seinen unehelichen Sohn an die Öffentlichkeit dringt.»
Armstrong, dem Maxwell-Modell nachempfunden, ist roher. Er schreit. Er droht. Er lügt reflexartig, auch wenn die Wahrheit einfacher wäre. Er hat die Rohheit seiner Herkunft nie abgelegt, nur mit Macht überschminkt.
Beide stehen beim letzten Kapitel kurz davor, das letzte Kapital zu verbrauchen. Beide haben Milliarden bewegt und davon keinen Dollar wirklich besessen. Ihre Imperien sind Luftschlösser aus Schulden, Einfluss und dem Vertrauen anderer, das sie nicht verdient haben.
Der letzte Satz des Romans ist Townsends letztes Wort. Mit einem Lächeln auf seinem Gesicht:
«Ich habe gelogen.»
Was Maxwell wirklich tat
Archer hat Armstrong abgemildert. Deutlich.
Der echte Robert Maxwell kontrollierte sein Imperium über eine Stiftung in Liechtenstein, ausschliesslich über einen Schweizer Anwalt zugänglich. Er fragmentierte die Informationsflüsse innerhalb seiner eigenen Unternehmen mit obsessiver Konsequenz: Buchhalter erhielten Zahlungsreihen ohne jeden Kontext. Berater durften nicht miteinander sprechen. Er war die einzige Stelle, an der alle Fäden zusammenliefen. Nur er kannte das vollständige Bild.5
Nach seinem Tod fehlten über 460 Millionen Pfund aus den Pensionsfonds seiner Mitarbeiter. 32’000 Rentner standen von einem Tag auf den anderen ohne Altersvorsorge da. Die Fonds waren geplündert worden, Quartal für Quartal, um die Verluste anderer Unternehmensteile zu decken.6
Über die Umstände seines Todes ist bis heute keine Einigkeit. Mord, Selbstmord, Unfall: alle drei Varianten haben Argumente. Die einzige Gewissheit ist die Tiefe des Atlantiks, die Kälte des Novemberwassers und die Tatsache, dass Maxwell starb, bevor er reden musste.
Auf dem Ölberg, bei seiner Beisetzung, sassen Geheimdienstchefs mehrerer Länder. Maxwell hatte, so dokumentieren mehrere Biographen, gleichzeitig für den britischen MI6, für den KGB und für den Mossad gearbeitet. Welchem er am meisten diente, bleibt offen.³
Robert Maxwell hatte verstanden, was sein fiktionales Ebenbild Armstrong auch verstanden hatte: Information ist Macht. Wer den Fluss der Information kontrolliert, kontrolliert die Macht.
Die Erbschaft
Lady Ghislaine. Die Yacht ist nach seiner Tochter benannt.
Ghislaine Maxwell, geboren 1961, war das jüngste Kind. Als der Betrug aufflog und das Imperium zerfiel, stand sie mit wenig da. Was sie hatte, war etwas, das man nicht auf einer Bilanz findet: Zugang. Kontakte. Die Fähigkeit, Räume zu öffnen, in die andere nicht hineinkommen.
Weniger als ein Jahr nach dem Tod ihres Vaters wurde sie erstmals in der Nähe von Jeffrey Epstein fotografiert. Epstein, amerikanischer Financier, der behauptete, ausschliesslich Milliardäre zu beraten. Was er tatsächlich tat, wurde 2021 im Prozess gegen Ghislaine Maxwell in New York aufgerollt: ein Netzwerk der sexuellen Ausbeutung minderjähriger Mädchen, über Jahrzehnte, mit einem Kern enger Vertrauter, die sehr genaue Listen über sehr mächtige Männer führten.7
Ghislaine Maxwell wurde 2021 verurteilt. Sie sitzt eine zwanzigjährige Freiheitsstrafe ab.
Der Punkt ist nicht das Individuelle. Der Punkt ist das Prinzip. Robert Maxwell baute sein Imperium auf Informationskontrolle. Die Compartmentalisierung, die sein Unternehmen zusammenhielt, das Prinzip, dass niemand ausser ihm das vollständige Bild kennt, galt offenbar auch für die Familie. Der Sohn führte Bücher, ohne den Kontext zu kennen. Die Tochter öffnete Türen, ohne zu wissen, was dahinter geschah. So beschrieben sie es vor Gericht.
Die Yacht trägt ihren Namen. Die Tochter verbindet die Geschichten.
Der Autor selbst
Jeffrey Archer schrieb diesen Roman und wusste genau, wer Armstrong und Townsend waren. Er hatte in denselben Kreisen verkehrt, dieselben Abendessen besucht, dieselben Hände geschüttelt.
2001, fünf Jahre nach Erscheinen von «The Fourth Estate», wurde Archer wegen Meineids zu vier Jahren Gefängnis verurteilt. Er hatte 1987 die Boulevardzeitung Daily Star wegen Verleumdung verklagt, nachdem diese über seine Kontakte zu einer Prostituierten berichtet hatte. Er hatte gewonnen, 500’000 Pfund Schadenersatz. Vierzehn Jahre später kam heraus: Das Tagebuch, das er als Beweis eingereicht hatte, war gefälscht.8
Der Mann, der einen Roman über Medienmacht und Lüge geschrieben hatte, sass wegen Lüge im Gefängnis.
Das macht ihn nicht zur besseren oder schlechteren Quelle. Es macht ihn zum idealen Erzähler. Er beschreibt das System so genau, weil er Teil davon war.
Was Burke meinte und was daraus wurde
1787 war die Pressetribüne im britischen Parlament ein Ort, an dem Männer aus dem Bürgertum sassen und notierten, was die Mächtigen beschlossen. Die Idee war simpel: Wenn die Öffentlichkeit weiss, was entschieden wird, kann sie urteilen. Die Presse als Brücke zwischen Macht und Volk.
Was Armstrong und Townsend, was Maxwell und Murdoch aus dieser Idee gemacht haben, ist ihre Umkehrung. Die Presse entscheidet nicht mehr, welche Entscheidungen berichtet werden. Sie entscheidet, welche Entscheidungen getroffen werden.
Archers eigentliche Leistung ist die Normalisierung dieser Umkehrung. Armstrong und Townsend sind keine Monster. Sie sind Männer, die früh gelernt haben, wie Tausch funktioniert, wie Macht riecht, wie man einen Vorteil nutzt, bevor ihn jemand anderes sieht. Dieselben Qualitäten, die einen hervorragenden Marktfahrer machen würden, machen in grossem Massstab einen Medienmogul.
Man liest den Roman und denkt: Das war das 20. Jahrhundert. Das waren zwei Männer. Das war eine andere Welt.
Und dann schaut man sich um.
Die fünfte Kolonne
Was Maxwell und Murdoch im Kleinen taten, tun heute Strukturen im Grossen.
In den USA kontrollieren sechs Konzerne über 90 Prozent der Medienlandschaft. In der Schweiz teilen sich SRF, Ringier, TX Group und CH Media den Grossteil des Markts, eine Oxford-Studie von 2016 zählt die Schweiz zu den Ländern mit der höchsten Medienkonzentration weltweit.9 In Deutschland dominieren Bertelsmann, Axel Springer und der öffentlich-rechtliche Komplex. Und die Schweizer Nachrichtenagentur Keystone-SDA hat ihren deutschsprachigen Auslandsdienst 2020 an die deutsche dpa abgegeben, die ihrerseits mit der amerikanischen AP kooperiert.10
Das klingt nach Marktbereinigung. Es ist mehr.
Der Medienforscher Uwe Krüger hat 2013 an der Universität Leipzig untersucht, wie deutsche Leitmedien-Journalisten in transatlantische Netzwerke eingebunden sind: Atlantik-Brücke, Bilderberg-Konferenzen, Münchner Sicherheitskonferenz, Trilaterale Kommission. Sein Befund: Die geopolitische Berichterstattung der untersuchten Journalisten korrelierte signifikant mit den Positionen dieser Netzwerke.11
Noam Chomsky hat es 1997 so formuliert: «Diese Journalisten wären nicht dort, wenn sie nicht schon lange bewiesen hätten, dass ihnen niemand sagen muss, was sie zu schreiben haben, da sie ohnehin das ‹Richtige› schreiben werden.»12
In Deutschland kommt eine historische Dimension hinzu. Nach 1945 wurden die grossen deutschen Medien unter Aufsicht der westlichen Besatzungsmächte aufgebaut. Die Briten gründeten den Nordwestdeutschen Rundfunk, die Amerikaner lizenzierten die ersten Zeitungen, die Pressestruktur der Bundesrepublik entstand im Rahmen der transatlantischen Nachkriegsordnung. Die Medienlandschaft, die wir heute für gewachsen und unabhängig halten, wurde designt.13
Swiss Policy Research hat diese Strukturen in einer Reihe von Netzwerkanalysen dokumentiert und öffentlich zugänglich gemacht: für die Schweiz, Deutschland, Österreich und die USA. Der dort publizierte «Medien-Navigator» ordnet über 80 deutschsprachige Publikationen anhand ihrer geopolitischen und politischen Ausrichtung ein.14 Die zugrunde liegenden Quellen, Jahresberichte der Atlantik-Brücke, Bilderberg-Teilnehmerlisten, öffentlich dokumentierte Kooperationsverträge, kann jeder selbst prüfen.
Burke nannte die Presse die vierte Gewalt und erhob sie damit neben Adel, Klerus und Bürgertum. Das impliziert, dass die drei anderen Gewalten durch eine vierte kontrolliert werden.
Die Frage, die nach der Lektüre von Archers Roman bleibt, ist: Was kontrolliert die vierte?
Maxwell kannte die Antwort. Sie lautet: der Kontostand und die Frage, wer einen kennt.
Townsend kannte sie auch. Er lächelte und sagte: «Ich habe gelogen.»
Ein letzter Gedanke
In der Schweiz lag 2025 der Marktanteil der drei grössten Medienhäuser im Printbereich bei über 80 Prozent. In Deutschland kontrollierten vier Konzerne mehr als 60 Prozent der Tageszeitungsauflage. In Grossbritannien besitzen drei Milliardäre die meistgelesenen Zeitungen des Landes. In den USA sind es sechs Konzerne.
Maxwell und Murdoch hatten je ein Imperium. Heute ist das Imperium das System selbst.
Wann hast du das letzte Mal geprüft, wem die Nachricht gehört, die du gerade liest?
Florian Dimitri
Dies ist der erste Artikel einer losen Reihe von Buch-Entschlüsselungen: Romane, die mehr über unsere Gegenwart verraten als die meisten Nachrichten. Die Reihe erscheint unregelmässig.
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Jeffrey Archer, «Imperium» (Originaltitel: The Fourth Estate), Heyne Verlag, 1998 (Original: HarperCollins, 1996), 766 Seiten.
Empfohlene Dokuserie:
Dynasty: The Murdochs (Netflix, 2026, 4 Folgen) — Regisseurin Liz Garbus zeichnet anhand privater E-Mails, Textnachrichten und Gerichtsdokumenten nach, wie Rupert Murdoch seine Kinder nicht erzog, sondern zu Nachfolgekandidaten formte. Was dabei sichtbar wird, illustriert Kinderwelt Teil 2 und 3 in Echtzeit: Kinder, die in einem System aufwuchsen, in dem Liebe und Anerkennung an Macht und Loyalität geknüpft waren. «Er zog keine Kinder gross, er zog mögliche Nachfolger gross», sagt ein Journalist in der Serie. Ein Satz, der alles sagt.
Empfohlene Lektüre auf diesem Blog:
Lesen lernen. Nochmal. - Sieben Werkzeuge für kritisches Lesen.
Edmund Burke (1729–1797), irischer Staatsphilosoph und Mitglied des britischen Unterhauses, wird die Bezeichnung der Presse als «Fourth Estate» zugeschrieben. Thomas Carlyle berichtete in «On Heroes, Hero-Worship, and the Heroic in History» (1841), Burke habe auf die Pressetribüne im Parlament gezeigt und gesagt: «Yonder sits the Fourth Estate, and they are more important than them all.»
Robert Maxwell wurde am 10. Juni 1923 als Ján Ludvík Hyman Binyamin Hoch in Solotvino (damals Tschechoslowakei, heute Ukraine) geboren. Seine Eltern wurden von den Nazis ermordet. Maxwell entkam als Jugendlicher nach Frankreich, dann nach Grossbritannien, wo er in der britischen Armee diente und an der Normandie-Invasion teilnahm.
John Preston, «Fall: The Mysterious Life and Death of Robert Maxwell», Viking, 2021. Auch: Tom Bower, «Maxwell: The Final Verdict», HarperCollins, 1995. Beide dokumentieren Maxwells Verbindungen zu MI6, KGB und Mossad sowie Shamirs Grabrede.
Jeffrey Archer, «The Fourth Estate», HarperCollins, 1996. Deutsche Ausgabe: «Imperium», Heyne, 1998. 766 Seiten.
Oxford University, Global Capitalism History Project, Case Study 29: «Robert Maxwell’s Expectations Gap», 2024. Zur Compartmentalisierung auch: Preston, «Fall», Kapitel 12–15.
Nach Maxwells Tod wurden über 460 Millionen Pfund als fehlend aus den Pensionsfonds seiner Mitarbeiter festgestellt. Etwa 32’000 frühere Mitarbeiter der Mirror Group und anderer Maxwell-Unternehmen verloren grosse Teile ihrer Altersvorsorge. Maxwells Söhne Kevin und Ian wurden 1995/96 angeklagt, aber nach einem 130-tägigen Prozess freigesprochen. Vgl. Times of Israel, Juli 2020.
Ghislaine Maxwell, geboren 25. Dezember 1961, wurde 2021 in New York in fünf Anklagepunkten schuldig gesprochen und zu zwanzig Jahren Haft verurteilt. Epstein starb im August 2019 in Untersuchungshaft in New York.
Jeffrey Archer klagte 1987 die Daily Star wegen eines Berichts über Kontakte zur Prostituierten Monica Coghlan und gewann 500’000 Pfund Schadenersatz. 2001 wurde er wegen Meineids und Behinderung der Justiz zu vier Jahren Gefängnis verurteilt. Er sass zwei Jahre seiner Strafe ab. Vgl. The Guardian, Juli 2001.
Oxford Reuters Institute for the Study of Journalism, «Digital News Report», 2016. Die Studie klassifiziert die Schweiz als eines der Länder mit der höchsten Medienkonzentration weltweit. Vgl. auch Republik, «Chronologie der Schweizer Medienkonzentration», Mai 2018.
Keystone-SDA gab den deutschsprachigen Auslandsdienst Anfang 2020 an die deutsche dpa ab. Die dpa kooperiert mit der amerikanischen Associated Press (AP). Das bedeutet: Ein Grossteil der internationalen Nachrichten, die Schweizer Leser erreichen, durchläuft einen amerikanisch-deutschen Agentur-Filter, bevor er in Schweizer Redaktionen ankommt. Vgl. Kleinreport, Januar 2020.
Uwe Krüger, «Meinungsmacht. Der Einfluss von Eliten auf Leitmedien und Alpha-Journalisten: Eine kritische Netzwerkanalyse», Herbert von Halem Verlag, Köln, 2013. Krüger untersuchte die Netzwerke von vier führenden deutschen Journalisten (u.a. FAZ, ZEIT, SZ) und deren Verbindungen zu transatlantischen Organisationen.
Noam Chomsky, «What Makes Mainstream Media Mainstream», Z Magazine, Oktober 1997. Auch grundlegend: Chomsky und Edward Herman, «Manufacturing Consent: The Political Economy of the Mass Media», Pantheon Books, 1988.
Zur Rolle der Besatzungsmächte beim Aufbau der deutschen Nachkriegsmedien vgl. Norbert Frei, «Amerikanische Lizenzpolitik und deutsche Pressetradition», Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte, 1985. Die Briten gründeten den NWDR (Vorläufer von NDR und WDR), die Amerikaner lizenzierten u.a. die Süddeutsche Zeitung (1945), den Spiegel (1947) und die ZEIT (1946).
Swiss Policy Research, «Medien-Navigator» (aktualisiert Januar 2026), «Das Schweizer Transatlantik-Netzwerk», «Die Propaganda-Matrix: Wie der CFR den geostrategischen Informationsfluss kontrolliert» (2017). Alle Infografiken und Studien unter swprs.org. Die Quellen basieren auf Jahresberichten der Atlantik-Brücke, Bilderberg-Teilnehmerlisten (1954–2026) und öffentlich dokumentierten Kooperationsverträgen.











Danke Florian. Ich habe den Roman im Bücherregal. Werde ihn mal wieder lesen. Bin gespannt. Man kann das gleich Buch ohnehin nie zweimal lesen.